SIG - Seetreppe Interessengemeinschaft
Petition gestartet am 22.01.2026
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Umweltschutz – mal anders betrachtet
Beitrag vom 20.01.2026 von Elisabeth Schneider-Reinsch
Die Seetreppe-Interessengemeinschaft fordert einen Wiederaufbau eines Badestegs an der Seetreppe. Die Seetreppe – eine Straße im westlichen Teil von Untergöhren - führt direkt zu einer schön angelegten Treppe mit einzigartiger Perspektive auf den Fleesensee. Dort hatten Generationen von Anwohnern einen Zugang zum See über den einzig öffentlichen Badesteg.
Gegen einen Wiederaufbau des Stegs wird mit Umweltschutz argumentiert. Umweltschutz dient jedoch keinem Selbstzweck, er soll die Natur vor Beschädigung und Zerstörung schützen, er soll Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren und ihren Lebensraum sichern. Warum ist das überhaupt notwendig? Weil wir Menschen uns zwar gerne in der Natur bewegen, aber nicht gut mit ihr umgehen. Daher gehört meines Erachtens nicht das Verbot, sondern der sorgsame Umgang mit der Natur wesentlich zum Umweltschutz.
In unserem Fall „Seetreppe“ wird immer wieder der Wunsch der unteren Naturschutzbehörde angeführt, an Ort und Stelle einen geschlossenen Schilfgürtel zu erreichen. Der Schilfbestand ginge ohnehin an anderer Stelle zurück. Und Pflanzen und Tiere sollen nicht gestört werden.
Eine gute Absicht, aber keine kluge und dauerhaft zielführende Strategie! Vielmehr muss der Mensch lernen, mit den Ressourcen der Natur verantwortungsvoll umzugehen. Und das erreicht man nicht mit Verhinderung des Zutritts, sondern mit Förderung von Wertschätzung der Natur.
Von klein auf interessieren sich Kinder für Tiere und Pflanzen. Sie beobachten gerne, fassen an, planschen begeistert im Element Wasser und matschen gerne mit Erde. Nur wenn wir Kinder dies bzgl. Angebote zum Greifen und Be-Greifen machen, wenn sie mit Natur positive Erlebnisse verbinden, entsteht daraus dauerhaft auch Verantwortung für deren Erhalt. Und gerade das beabsichtigen wir mit einem Natursteg: Er soll zum Sehen, Hören, Greifen, Spüren, Riechen und Erkennen einladen, er soll neugierig auf die Natur machen und zu einem Treffpunkt für Klein und Groß werden, so wie es früher einmal war. Es sind genau diese Erfahrungen, die heute die Beharrlichkeit der Seetreppe-Interessengemeinschaft zum Wiederaufbau ausmachen: Kindheitserfahrungen mit Freunden, Wassererfahrungen, Naturerlebnissen.
Ein geschlossener Schilfgürtel von der Marina bis zur Seewirtschaft wird vielleicht Lebensraum für etwas mehr Tiere bieten, aber die Herzen der Menschen nicht gewinnen, schon gar nicht das Interesse der Kleinen wecken. Sie werden nur eine grüne Wand sehen.
Wollen wir zukünftige Generationen für den Umweltschutz gewinnen, so braucht es mehr sinnliche und eindrucksvolle Erfahrbarkeit von Natur für Kinder, die sich dann im Erwachsenenalter an spannende und prägende Erlebnisse erinnern können.
Beim Umweltschutz geht es nicht nur um Zählen, Kartieren, Analysieren, Planen und Regeln, es geht vielmehr auch um emotionale Bindung des Menschen an die Natur.
Wir brauchen demnach einen differenzierten und ganzheitlichen Blick auf einen wirksamen Umweltschutz, auch in Genehmigungsverfahren.

Nordkurier - 20.01.2026
Plötzlicher Abriss von DDR Relikt an beliebtem See
verärgert Anwohner und Urlauber
Eine Interessengemeinschaft verlangt den Wiederaufbau eines Objekts am Fleesensee. Das Vorhaben gestaltet sich jedoch schwierig.
Es geht ums Prinzip. Die Interessengemeinschaft "Seetreppe" in Untergöhren macht sich für den Wiederaufbau eines Badestegs am Fleesensee stark. Der Steg sei "quasi in einer Nacht-und-Nebel-Aktion" weggerissen worden. Das ist bereits im Winter vor drei Jahren passiert.
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Gedanken zu Untergöhren
Schreiben vom 08.03.2025 von Elisabeth Schneider-Reinsch
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Frau Muster,
leider können wir an der diesjährigen Vermieterversammlung nicht teilnehmen. Daher möchte ich meine Gedanken zur lokalen (Tourismus-)Politik auf diesem Wege Ihnen mittteilen. Wie Sie vielleicht wissen, sind wir seit über 15 Jahren hier als Vermieter tätig, verbringen viel Zeit hier, weil es unser 2. Zuhause geworden ist, und nehmen an der Entwicklung von Land Fleesensee interessiert teil.
So ist auch mein Engagement zum Badesteg Seetreppe zu verstehen. Der Badesteg ist in einer Reihe von Entscheidungen einzuordnen, die man als zunehmende Privatisierung des Fleesensee Ufers im Bereich von Land Fleesensee zusammenfassen kann. Da Sie beide an entscheidender Stelle Verantwortung tragen, bitte ich Sie, meine Argumente zu prüfen, auch gerne in der Gemeindevertretung und Vermieterversammlung zur Diskussion zu stellen.
Nach meiner Kenntnis fing die Privatisierung mit dem Bau des Hafens/ der Marina an. Warum hat man den Hafen verkauft und nicht verpachtet?
Als Ausgleichsmaßnahme für den Eingriff in die Natur sollten Badestege zurückgebaut werden (Bauplan 15). Privaten Anliegern wurde Manches versprochen und nicht eingehalten. Einige Stege müssen noch zurückgebaut werden. Das 1. „Opfer“ ist aktuell der öffentliche Badesteg an der Seetreppe. Nach meiner Akteneinsicht in die Bauakte gibt es dazu noch Klärungsbedarf. Das ist hier aber nicht mein Thema. Vielmehr geht es mir darum, dass für einen Großteil von Anwohnern und Ferienhausbesitzern sowie für Erholungssuchende der Seetreppensteg den einzigen Zugang zum Fleesensee im westlichen Bereich darstellte. Es ist auch die einzige Stelle, wo man einigermaßen schwimmen kann. Wir als Vermieter hören immer wieder, dass Gäste kritisch kommentieren, man könne ja im Fleesensee nicht schwimmen.
Frau Muster, Sie antworteten dazu in der letzten Vermieterversammlung (2024), man könnte doch im Plauer See oder in Strietfeld schwimmen gehen, so machten Sie das. Eine irritierende Empfehlung „unserer Tourismusrepräsentantin“.
Und die Frage nach der Qualität des Wassers dort ist absurd, weil ein Seezugang, der nicht mehr benutzt werden darf, zumodert und wieder zu einem natürlichen Gewässer beiträgt. Ist es deswegen gesundheitsschädigend?
Festzuhalten ist: Der Steg soll nicht mehr aufgebaut werden, womit die Öffentlichkeit einen nahen Zugang zum See verliert. Und Sie beide tragen dafür die Verantwortung.
Die Bootshäuser wurden ebenfalls privatisiert. Marina und Bootshäuser sind eingezäunt und verschlossen, an anderen Stellen der Mecklenburgischen Seeplatte ist der Zugang zu den Seen (zumindest tagsüber) möglich.
Das Seehotel hat eine Badeplattform erhalten, die mit öffentlichen Geldern finanziert wurde. Die Gemeinde vereinbarte seinerzeit mit den Investoren, dass der Steg „überwiegend“ vom Hotel benutzt werde. Überwiegend heißt nicht ausschließlich! Die Gemeinde wollte so eine Zugangsmöglichkeit für Anwohner sichern. Tatsächlich war bisher der Zugang nur mit Hotelkarte möglich. Jetzt soll es einen Zugang geben, gegen eine Gebühr. Für wen? Für wie lange? Ist der Vertrag einsehbar? Warum hat man den Steg nicht verpachtet und sich somit Gestaltungsrechte für die Zukunft gesichert? So ist man auf den Goodwill des Hotelbetreibers angewiesen.
Geht man weiter am Ufer entlang, so stößt man auf die beliebte Seewirtschaft. Der neue Beisitzer hat dort eine illegale Bebauung vorgefunden, die die Gemeindevertretung geheilt hat: Jetzt ist das ganze Grundstück privatisiert, so auch der vorhandene Steg. Hätte man da nicht eine Gemeinwohl freundlichere Lösung finden können?
Es folgen 2 Abschnitte am Strand, die nach meiner Kenntnis der Gemeinde gehören (Kinderstrand, Hundestrand).
Der weitere Strandabschnitt wurde ebenfalls privatisiert. Der Strand ist zwar frei zugänglich, aber darüber kann der Großinvestor, wie er will, verfügen (natürlich unter Einhalten von Bauvorschriften).
Der weitere und letzte Abschnitt unseres Fleesensees wurde vor einigen Jahren käuflich von einer Großgrundbesitzerin erworben, um eine Bebauung zu verhindern, seitdem ist jedoch das große Terrain eingezäunt und der Zugang zum Kanal gesperrt, früher ein beliebtes Gebiet für Spaziergänger.
Als Großmutter von 6 Enkelkindern frage ich mich, welche Welt hinterlasse ich ihnen einmal? Spielen nur noch Individualinteressen eine Rolle, oder gibt es noch eine Verpflichtung zum Gemeinwohl?
Ich erinnere Sie an die Präambel der Verfassung von Mecklenburg-Vorpommern, wo es heißt: “… ein sozial gerechtes Gemeinwesen zu schaffen ,… und die natürlichen Grundlagen des Lebens zu sichern…“. Das bedeutet für mich – auch im Tourismus“ – die Natur allen Menschen zugänglich zu machen, selbstverständlich mit behutsamem und beschützendem Umgang. Nur so werden die Gemeinde und der Tourismus an
einem Strang ziehen können und der nachhaltige Tourismus eine dauerhafte Chance haben.
Überdenken Sie also Ihre Haltung und korrigieren Sie das, was zu korrigieren ist!
Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Schneider-Reinsch
P.S. Allein durch die Zweitwohnungssteuer hat die Gemeinde Göhren-Lebbin Einnahmen von 13,9 % ihres Haushaltes, in Höhe von 188 863,93 Euro geplant. Dazu kommt die Grundsteuer, die teurer geworden ist. Da müssten doch Investitionen möglich sein (wie in den Badesteg an der Seetreppe), die sowohl der Gemeinde als auch Zweitwohnungsbesitzern/Gästen zugutekommen. Nicht unerheblich sind auch die Einnahmen aus der Kurtaxe für den Kur- und Tourismushaushalt, die ausschließlich für die Steigerung des Erholungswertes für die Gäste eingesetzt werden darf.
Liebe Nachbarn, liebe Urlauber,
sollten auch Sie noch alte Bilder von unserem schönen Badesteg haben, wäre es wunderbar, diese zu teilen. Unsere Erinnerungen an unvergessliche Tage am Wasser sind ein kostbares Gut, das wir gerne mit der Community teilen möchten. Lassen Sie uns gemeinsam die Schönheit und die Geschichten, die unser Badesteg beherbergt, wieder aufleben und die Freude am Urlaub an diesem malerischen Ort feiern!